Gefahren

 

Grundwasserverseuchung auch ohne Frackvorgang

 
Herbern, 13.03.2012

In Niedersachsen befindet sich das größte Erdgasfeld Deutschlands.
In unmittelbarer Nähe zu Förderstellen in Hengstlage und Völkersen sind bis zu 1000 fach überhöhte Benzolwerte im Grundwasser gemessen worden.
Grund hierfür sind Lagerstättenwasserleitungen aus Kunststoff (Typ PE 80 und Typ PE 100).

Vor der Förderung des Erdgases muss zunächst aus der Tiefe das Lagerstättenwasser abgepumpt werden. Diese Flüssigkeit ist sehr salzhaltig und enthält Giftstoffe u.a. das hochflüchtige Benzol und Quecksilber.

Der Austritt des Benzols erfolgte über undichte Ventile und über Diffusion durch die intakte Rohrleitung. Die Hersteller dieser Rohre weisen seit langem auf die Durchlässigkeit für Benzol hin. Aus Kostengründen wurde in Niedersachsen aber darauf verzichtet, andere Transportmaterialien zu verwenden.

(Quelle: Pressemitteilung des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie Niedersachsen „Überprüfung von Kunststoffleitungen der Erdöl- und Erdgasförderung“ vom 07.03.12 ; www.lbeg.niedersachsen.de )

Erschwerend kommt hinzu, dass die betroffenen Lagerstättenwasserleitungen in Völkersen in unmittelbarer Nähe zu Trinkwasserschutzgebieten liegen.

Benzol ist ein sehr starkes Gift, welches im menschlichen Körper krebserregend wirkt. Es lagert sich vor allem im Knochenmark, im Gehirn und in den Fettzellen ab. Außerdem ist es Anämie auslösend.

Benzol ist eingeordnet als stark wassergefährdent.

Verantwortungslos ist, dass es mehr als 4 Jahre dauerte bis das Landesbergamt Niedersachsen im Januar 2011 eine Überprüfung aller Leitungen anordnete, nachdem bereits im Jahr 2007 erste Meldungen über Benzol- und Quecksilberkontaminierungen im Exxon Mobil Erdgasfeld bei Söhlingen vorlagen.
(Quelle: report MÜNCHEN, Sendung im Ersten am 31.01.2012)

 Im Weltmaßstab sind undichte Tiefenbohrungen ebenfalls schon heute die Regel. In Norwegen sind 13 bis 19 % der Bohrungen nachgewiesen undicht. Diese Zahlen wurden unlängst bei einer Konferenz zur Sicherheit der Schiefergasförderung genannt

Über die undichten Tiefenbohrungen entweicht das stark klimaschädigende Erdgas ( Methan) ungehindert in die Atmosphäre. Methan ist etwa zwanzig mal mehr klimaschädigend als CO2 .
(Quelle: http://thetyee.ca/News/2011/12/19/Fracking-Contamination/ )

 Heike Wentland


 
 

Gesundheitliche Folgen durch Strahlenbelastung über Radium 226

Heike Wentland – Ärztin
Herbern, 31.03.2011

Radium 226 ist ein natürliches Zerfallsprodukt des Urans 238. In der Erdkruste kommen diese Radionuklide in sehr geringer Dosis vor und sind in ihrer Wirkung Teil der natürlichen Erdstrahlung (terrestrische Strahlung).

Die  Steinkohle hat jedoch  einen bis zu über 10 fach höheren Gehalt an Uran als die Erdkruste. Steinkohle enthält damit in hohem Maße auch Radium 226, sowie Thorium 232 und Kalium 40 als ebenfalls strahlende Nuklide. In NRW sind in großem Maße Steinkohleflöze für die Gewinnung von Erdgas auf unkonventionellem Wege vorgesehen.

Im Falle einer großflächigen unkonventionellen Gasförderung würden über die Bohrschlämme bzw. die rückgewonnene Frackflüssigkeit diese Radionuklide in örtlich verschiedenem Maße stark anfallen.

Radium 226 ist ein Alpha-Strahler. Dies bedeutet, das es in seiner Strahlenwirkung ein sehr geringes Durchdringungsvermögen hat. Die Reichweite der Alpha-Teilchen beträgt in Luft bei normalem Luftdruck  etwa 10 cm. Die Eindringtiefe in die Haut beträgt ca. 0,05 mm. Somit verbleibt die Strahlung in der äußersten Hautschicht, den abgestorbenen Hornzellen und ist nicht in der Lage in den Körper und damit lebendige Zellen einzudringen.

Radium 226 ist aber wasserlöslich und kann über die Aufnahme von kontaminiertem Trinkwasser in den Verdauungsprozess und so in das Körperinnere gelangen.

In diesem Fall ist seine Strahlung sehr schädlich für die umliegenden lebendigen Zellen, weil es einen sehr hohen Qualitätsfaktor (20) hat. Dieser Faktor gibt Auskunft über die Höhe der quantitativen biologischen Wirksamkeit. Im Vergleich dazu hat die Gammastrahlung der uns bekannten Kernprozesse in den Atomkraftwerksanlagen einen sehr niedrigen Qualitätsfaktor (1), bei aber enorm hoher Durchdringungsrate. Das bedeutet, dass Radium 226 eine sehr hohe biologische Wirksamkeit und damit Schädlichkeit hat. Radium 226 ist ein radioaktives Element, das zu den hochgiftigen Substanzen gehört.

Für jedes Radionuklid gibt es im menschlichen Körper eine Hauptablagerungsstätte, an der ein größerer Prozentsatz des resorbierten Materials gespeichert wird. Für das Radium 226 ist es wie für andere Erdalkalimetalle der Knochen.

Nach Auskunft des Zentrums für Strahlenschutz und Radioökologie der Universität Hannover kann Radium 226  in hohen Dosen zu Krebserkrankungen führen. Die häufigste Krankheit ist der Knochenkrebs entsprechend der besonderen Anreicherung des Knochens mit Radium 226, aber auch die Wahrscheinlichkeiten für Leukämie sowie Brust- und Leberkrebs werden hiervon berührt.

In den 1920er Jahren erkannte man bereits die gesundheitsschädliche Wirkung des Radiums 226, als sehr viele der als „Radium Girls“ bezeichneten Zifferblattmalerinnen in Orange (New Jersey) durch die radioaktive Strahlung der selbstleuchtenden Zifferblattfarbe ( Radium leuchtet  im Dunkeln ) Krebstumoren an Zunge und Lippen entwickelten, mit denen sie ihre Pinsel befeuchteten.

Extrem erschwerend für die Folgen einer Verseuchung von Grund- und oder Trinkwasser mit Radium 226 ist seine fatal hohe Halbwertszeit von 1600 Jahren. Das bedeutet in der angegebenen  Zeit zerfallen die  Hälfte der ursprünglich vorhanden radioaktiven Atome.

Fazit : Natürlicherweise sind wir über unsere intakte Haut ausreichend vor Alpha-Strahlung geschützt. Gelangen jedoch Alpha-Strahler über die Aufnahme von stark kontaminiertem Wasser  in unseren Körper, so ist deren  Aggressivität im biologischen Gewebe eine der höchsten unter allen bekannten Radionukliden. Besonders Knochen- Brust- und Leberkrebs sowie Leukämie würden enorm in der Bevölkerung ansteigen.

In den USA sind laut Berichten der New York Times die Grenzwerte für Radionuklide im Trinkwasser in einigen Gebieten in denen unkonventionell Erdgas gefördert wird 100 bis 1000-fach überschritten.

In Deutschland gibt es keinen gesetzlich festgelegten Grenzwert für Radionuklide im Trinkwasser!

Eine Richtlinie gibt an, dass der Grenzwert für die Radiumkonzentration im Trinkwasser 0,04 Bq/l nicht übersteigen sollte. Auch in der EU gibt es Trinkwasserrichtlinenwerte für Radioaktivität ohne gesetzliche Bindung.

Internetquellen:
http://nuklide.strahlenschutz.cc/88-ra/radium-226.pdf
http://www.asse2.de/vortraege/2008-09-02-remlingen-3te-info-dannheim.pdf
http://www.hep.physik.uni-siegen.de/~grupen/papenburg.pdf
http://www.bund-nrw.de/fileadmin/bundgruppen/bcmslvnrw/PDF_Dateien/Themen_und_Projekte/Energie_und_Klima/Kohlekraftwerke/BUNDhintergrund_Radioaktivitaet_aus_Kohlekraftwerken_11_2008.pdf
Alle Links Stand 01.04.2011

 

 

 

Gefahren für das Grund- und Trinkwasser

20.03.2011

Lagerung des Frackwassers in künstlichen Reservoirs (Frackwasserbecken)

  • bei starken Regenfällen und Überschwemmungen laufen die Becken über
  • Dichtigkeit der Becken nach unten hin durch Materialfehler oder Defekte unsicher

Bohrprozess

  • Diffusion in den Untergrund durch defekte Bohrlochummantelung:
    • Aufreißen der Stahlummantelung durch wiederholten hohen Druck von über 1000 bar
    • Korrosion der Betonummantelung
    • Risse an Verbindungsstellen
    • Überschreitung des max. zulässigen Drucks
    • unzureichende Qualität der gelieferten Materialien
(Quelle: Zurich American Insurance Company (Hg.): Balancing the opportunities and risiks of shale gas exploration. USA, 2011.)
  • „Blow Outs“ = platzende Ventile an der Oberfläche führen zu explosionsartiger, großflächiger Ausbreitung der Frackflüssigkeit an der Oberfläche
  • Ausspülung von Salzen und Radium 226
  • Frackflüssigkeit wird nur zu 60- 80 % zurückgepumpt

Entsorgung von Bohrschlämmen, Frackflüssigkeit

  • radioaktive Isotope,Chemikalien und Schwermetalle in den Flüssigkeiten übersteigen die Kapazitäten der Klärwerke
  • Frackflüssigkeiten und Bohrschlämme werden nach Ausbeutung sogar in der Tiefe entsorgt
  • Verdampfung von Frackflüssigkeiten und Bohrschlämmen mit unklarer Entsorgung der verbleibenden Rückstände

Auswirkung der künstlich geschaffenen Risse in den Deckgebirgen

  • Aufsteigen der verbliebenen Frackflüssigkeiten und damit Kontaminierung des Grundwassers
  • Methanaufstieg und Eindringen in das Grundwasser

Bohrungen direkt in Trinkwasserschutzgebieten

  • siehe alles unter Bohrprozess mit sofortiger Auswirkung auf das Trinkwasser und damit katastrophale Auswirkung auf Millionen von Menschen

Auswirkung durch den Wasserverbrauch bei der Sprengung

  • Grundwasserspiegelabsenkung durch einen gigantischen Verbrauch an Süßwasser

 

 

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